GRÜNE Haushaltsrede 2026

Rede zur Haushaltsberatung im Stadtrat Ochtrup

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrats,

liebe Bürger*Innen der Stadt Ochtrup,

Stellen Sie sich vor, wir könnten den nächsten Haushalt nicht nur ausgleichen, sondern ihn zu einem Motor für Sozial‑ und Klimagerechtigkeit machen – genau das wollen wir heute für Ochtrup erreichen.

Wir stehen an einem Scheideweg: Entweder wir lassen alte Denkmuster das Geld der Stadt bestimmen, oder wir nutzen jede Münze, um unsere Stadt sicherer, nachhaltiger und damit lebenswerter zu gestalten.

Zuerst möchte ich mich aber bei allen Fraktionen für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam an den Herausforderungen arbeiten, die vor uns liegen. Vielen Dank!

Der Haushalt ist mehr als nur eine Sammlung von Zahlen. Er ist ein Spiegel unserer Prioritäten und Werte.

Wenn ich durch unsere Stadt gehe, sehe ich überall Zeichen des Aufbruchs: Die Baustelle an der Weinerstraße, die ersten Pläne für die Horststraße, die Kräne am neuen Gymnasium. Ochtrup baut. Ochtrup verändert sich. Und das ist gut so. Denn diese Veränderungen sind keine Selbstläufer – sie sind das Ergebnis harter Arbeit, kluger Entscheidungen und vor allem: des Mutes, heute die Weichen für morgen zu stellen.

2025 war ein Jahr des Aufbruchs. Ein Jahr, in dem wir gezeigt haben, dass Ochtrup mehr kann als nur verwalten – wir können gestalten. Und 2026 wird das Jahr, in dem wir diesen Aufbruch fortsetzen. Trotz aller Herausforderungen. Trotz des engen Haushalts. Denn eines ist klar: Stillstand ist keine Option. Nicht für unsere Schulen. Nicht für unsere Verkehrssicherheit. Nicht für unsere Lebensqualität.

Investitionen in die Zukunft – warum wir nicht sparen dürfen, wo es um unsere Kinder geht

 Schauen wir uns an, was auf dem Spiel steht: Das neue Gymnasium, die Sanierung der Real- und Hauptschule, der Neubau der Van-Galen-Schule in Langenhorst/Welbergen. Das sind keine Bauprojekte – das sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder. In ihre Bildung, ihre Chancen, ihre Sicherheit.

Manche sagen: ‚Können wir uns das leisten?‘ Ich frage zurück: Können wir es uns leisten, es nichtzutun? Jedes Kind, das heute in eine marode Schule geht, ist ein Kind, dem wir morgen keine guten Startchancen geben. Jeder Euro, den wir heute in moderne Schulgebäude stecken, spart uns morgen teure Sanierungen – und vor allem: verlorene Potenziale.

Und es geht nicht nur um Steine. Es geht um Menschen. Um die Lehrerinnen und Lehrer, die in modernen Räumen besser unterrichten können. Um die Eltern, die wissen, dass ihre Kinder sicher und gut betreut sind. Um die Unternehmen, die morgen Fachkräfte brauchen – und die wir heute ausbilden müssen.

Deshalb sage ich: Dieser Haushalt muss diese Investitionen absichern. Nicht als Luxus, sondern als Pflicht. Als Pflicht gegenüber den Kindern dieser Stadt. Als Pflicht gegenüber der Zukunft Ochtrups.

Verkehrswende vor Ort – Sicherheit und Gerechtigkeit auf Ochtrups Straßen

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Haushalts ist die Verkehrswende. Neue Fahrradstraßen, mehr Tempo-30-Zonen, bessere Radwege. Für manche klingt das nach ‚Öko-Ideologie‘. Für mich klingt das nach gelebter Realität. Nach Sicherheit. Nach Gleichberechtigung im Straßenverkehr.

Denn was bedeutet es, wenn wir heute keine sicheren Radwege bauen? Es bedeutet, dass Kinder weiterhin im Elterntaxi zur Schule gebracht werden müssen – weil die Eltern Angst um sie haben. Es bedeutet, dass ältere Menschen nicht mehr mobil sind – weil sie sich nicht trauen, mit dem Fahrrad zu fahren. Es bedeutet, dass auch Ochtrup im Stau erstickt – weil wir keine Alternativen zum Auto schaffen.

Die Verkehrswende ist kein Projekt für Großstädte. Sie ist ein Projekt für Ochtrup. Für ein Ochtrup, in dem alle sicher unterwegs sind – ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto. Für ein Ochtrup, das nicht nur lebenswert ist, sondern auch zukunftsfähig. Denn eines ist klar: Die Städte, die heute in nachhaltige Mobilität investieren, sind die Städte, die morgen attraktiv bleiben – für junge Familien, für Unternehmen, für alle, die hier leben wollen.

Haushaltssicherung – Verantwortung heißt Prioritäten setzen

Natürlich wissen wir alle: Der Haushalt ist eng. Die Kassen sind nicht voll. Und niemand gibt gerne Geld aus, das er nicht hat. Aber Haushaltssicherung bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Sie bedeutet, klug zu priorisieren. Sie bedeutet, heute die Entscheidungen zu treffen, die uns morgen Geld sparen – und vor allem: die uns eine lebenswerte Stadt sichern.

Deshalb müssen wir genau hinschauen: Wo können wir sparen, ohne die Zukunft zu gefährden? Wo können wir Fördermittel nutzen, um unsere Projekte zu finanzieren? Wo können wir Synergien schaffen – etwa durch gemeinsame Ausschreibungen oder Public-Private-Partnerships?

Und ja: Es wird auch unpopuläre Entscheidungen geben. Aber Verantwortung heißt nicht, es allen recht zu machen. Verantwortung heißt, das Richtige zu tun – auch wenn es schwerfällt. Und das Richtige ist in diesem Fall: Investieren in unsere Schulen. Investieren in unsere Verkehrswende. Investieren in unsere Lebensqualität. Denn am Ende geht es nicht um Zahlen in einem Haushaltsplan. Es geht um die Menschen in dieser Stadt. Und die haben es verdient, dass wir heute die richtigen Weichen stellen.

Visionäres Schlussbild

Liebe Kolleginnen und Kollegen, stellen Sie sich vor, wie Ochtrup in fünf Jahren aussieht: Kinder, die lachend über den neu gestalteten Schulhof toben. Familien, die sonntags im Stadtpark picknicken. Radfahrerinnen und Radfahrer, die sicher durch unsere Straßen fahren. Ältere Menschen, die ohne Angst vor dem Verkehr unterwegs sind. Junge Familien, die sich bewusst für Ochtrup entscheiden – weil sie wissen: Hier stimmt die Infrastruktur. Hier stimmt die Lebensqualität. Hier stimmt die Zukunft.

Das ist kein Traum. Das ist machbar. Wenn wir heute den Mut haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn wir heute Ja sagen zu einem Haushalt, der Zukunft gestaltet. Wenn wir heute zeigen, dass Ochtrup nicht nur verwaltet, sondern gestaltet wird.

Ich bitte Sie: Stimmen Sie diesem Haushalt zu. Unterstützen Sie die Investitionen in unsere Schulen, in unsere Verkehrswende, in unsere Lebensqualität. Denn am Ende geht es nicht um Parteipolitik. Es geht um Ochtrup. Um unsere Stadt. Um unsere Zukunft. Und die haben wir heute in der Hand. Packen wir es an!

Lassen Sie uns gemeinsam das Zeichen setzen: Ochtrup wird 2026 das Vorbild für eine Stadt, die Wirtschaft, Umwelt und Menschen in Einklang bringt.

Gehen wir mit Mut und Verantwortung aus diesem Saal, denn die Zukunft unserer Stadt liegt in unseren Händen – und wir haben das Werkzeug, sie zu gestalten.

Vielen Dank.